Packendes Spitzenduell zum Abschluss

Die Frauen des JSV Speyer haben die Bundesliga-Vorrunde in der Gruppe Südwest auf dem ersten Tabellenplatz abgeschlossen. Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit am letzten Kampftag bei Hertha Walheim. Die Gastgeberinnen aus Aachen, Finalrundenteilnehmerinnen der letzten beiden Jahre, hätten mit einem Sieg am JSV vorbeiziehen können und hätten dies auch fast geschafft. Am Ende schaffte es Speyer jedoch, die zwischenzeitlichen Rückstände von 1:4 und 4:6 aufzuholen und ein 7:7-Unentschieden zu sichern.
Dabei hatte es am Samstagabend in der Sporthalle des Aachener Indra-Gymnasiums optimal begonnen aus Speyerer Sicht: Jana Ziegler gewann ihren Kampf souverän und vorzeitig nach eineinhalb Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hätte wohl niemand vorhergesagt, dass dieses 1:0 die einzige Speyerer Führung bleiben würde. Bettina Bauer – hochgestellt in die Klasse bis 70 Kilogramm, zeigte eine starken Kampf gegen Giovanna Scoccimarro, musste sich am Ende aber geschagen geben – ebenso in den folgenden Kämpfen Özlem Gülmez, die um zwei Gewichtsklassen hochgestellte Saraphina Suborne und – nach einem Marathon-Kampf über fast acht Minuten – Geke van den Berg. Da war Yeylzaveta Lytvynenko in ihrem ersten Kampf für den JSV seit 2023 im Zugzwang, denn bei einer weiteren Niederlage drohte ein kaum aufzuholender Rückstand. Das Duell der Speyerer Ukrainerin gegen die Niederländerin Yael van Heemst war extrem eng und ausgeglichen und es dauerte fast siebeneinhalb Minuten, bis es Lytvynenko gelang, die einzige Wertung des Kampfes zu erzielen und somit den Punkt für Speyer zu holen. Da Walheim in der Klasse bis 48 Kilogramm keine Kämpferin aufbieten konnten, ging der Zähler kampflos an Katharina Keltjens für Speyer – der 3:4-Pausenstand sah aus Speyerer Sicht wesentlich freundlicher aus als das, was kurz zuvor noch auf der Anzeigetafel gestanden hatte.
Trotzdem mussten die Speyererinn im zweiten Durchgang irgendwo mindestens einen Punkt mehr finden als im ersten. Und der zweite Durchgang begann zunächst genau wie der erste: Ein souveräner Sieg für Jana Ziegler, gefolgt von Niederlagen von Bettina Bauer und Özlem Gülmez. Wieder war es Lytvynenko, die Speyer im Kampf hielt, dieses Mal eine Gewichtsklasse höher als sonst. Als im anschließenden Kampf Seija Ballhaus den Punkt für Speyer holte, war schon mal klar, dass die Gäste zumindest nicht verlieren würde. Saraphina Suborne hatte die Chance, sogar den Sieg klarzumachen, aber sie kassierte kurz vor Schluss zwei Wertungen und mussten sich geschlagen geben. Der zweite kampflose Punkte für Keltjens besiegelte dann das Unentschieden.
„Wir waren in den oberen Gewichtsklassen nicht regulär besetzt, weswegen wir Kämpferinnen hochstellen mussten. Ein besonderer Dank gilt Saraphina, die sich in beiden Durchgänggen hochstellen ließ. Auch wenn es für sie nicht für einen Sieg gereicht hat, hat sie genau den Teamgeist gezeigt, der uns ausmacht“, kommentierte Teamchefin Jana Förtsch. „Nach dem Rückstand zur Pause hat das Team die Köpfe nicht hängen lassen, sondern sind top-motiviert in den zweiten Durchgang gegangen alles in die Waagschale geworfen“, so Förtsch weiter.
Für beide Teams geht es nun weiter am 19. September mit den Playoffs. Dabei werden in zwei Viererturnieren jeweils zwei Plätze in der Finalrunde ausgekämpft. Die Austragungsorte stehen noch nicht fest.

 

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